Landwirtschaft und Ernährung bedingen einander. Eine gedeihliche, vielfältige Landwirtschaft, werden wir langfristig nur bekommen, wenn wir unsere Ernährung verändern. Umgekehrt gilt das Gleiche. 

Dafür ist es notwendig, dass Verbraucher mehr über die Herkunft ihrer Produkte erfahren und dass genussvolle und praktisch umsetzbare Alternativen aufgezeigt werden. 

Weit oben auf der Liste steht sicherlich eine Reduktion des in unserer westlichen Gesellschaft üblichen Konsums von Fleisch und tierischen Produkten wie Milch oder Eiern. 

Auf der Welt leben heute mehr als 3 mal so viele Nutztiere wie Menschen. Wir können jetzt schon kaum die Futtermengen anbauen, die zu deren Haltung benötigt werden. Ganz zu schweigen von der Gülle und den Klimagasen, die diese Tiere erzeugen. Hinzu kommt, dass die Weltbevölkerung steigt und dass auch Gesellschaften (z.B. in Asien), die sich bisher vorwiegend vegetarisch ernährt haben, beginnen mehr Fleisch zu konsumieren. 

Werden wir uns in Zukunft alle vegan ernähren müssen? Bestimmt nicht. Aber bei der Faktenlage werden wir unsere fleischdominierte Ernährung nicht aufrecht erhalten können.

Auch andere Gewohnheiten gehören auf den Prüfstand. Spanische Tomaten im März bekommen wir nur, weil sie dort mit unverantwortlich hohem Wassereinsatz in Treibhäusern gezüchtet werden. Billiges Getreide für billige Luftbrötchen im Backshop bedeuten, dass mit viel Pestiziden und Kunstdünger auf Ertrag statt Qualität getrimmte Sorten angebaut wurden. Und optisch makellose Äpfel zu jeder Jahreszeit lassen sich nur auf den Markt bringen, wenn sie in klimatisieren – Energie!! – Lagerhäusern über Monate bevorratet werden. Oder wir importieren sie aus Neuseeland. Angebaut werden konventionelle Äpfel übrigens mit hohem Pestizideinsatz in Monokulturen. Auch die Vielfalt hält sich stark in Grenzen. Bismarck hatte noch 200 verschiedene Apfelsorten in seinem Garten. Heute bilden im Supermarkt fünf monoton schmeckende Sorten das gesamte Sortiment ab. 

Die Liste ließe sich lange fortsetzen.